Die Links-Grüne Fraktion wird zur geplanten Sanierung des Kunstrasenplatzes am Auweg eine parlamentarische Anfrage einreichen. Nach Ansicht der Fraktion gibt die aktuelle Entwicklung Anlass zu Fragen – zur Zukunft des Platzes, zur Finanzierung und zum Umgang mit der weiterhin angespannten Haushaltslage.
Die Grünen hatten den Bau des Kunstrasenplatzes seinerzeit kritisch begleitet. Im Mittelpunkt standen ökologische Fragen rund um das verwendete Kunststoffgranulat sowie die langfristigen Folgekosten einer solchen Anlage.
Der Kunstrasenplatz wurde 2018 offiziell eröffnet. Bereits ein Jahr später war das verwendete Granulat Gegenstand der politischen Diskussion. Damals erklärte Bürgermeister Andreas Weiher in der Stadtverordnetenversammlung, das Material sei „das Beste derzeit auf dem Markt“ und ein Austausch nicht erforderlich.
Auch in den folgenden Jahren geriet der Platz immer wieder in die öffentliche Diskussion. Themen waren unter anderem die Nutzbarkeit bei hohen Temperaturen, die Auslastung der Anlage sowie die Weiterentwicklung des Sportgeländes. Im Frühjahr 2025 kündigte die Stadt schließlich an, den Kunstrasenplatz selbst zu übernehmen und das Gelände zu einem Sportpark weiterzuentwickeln.
Nun musste der Platz wegen erheblicher Schäden gesperrt werden. Nach Angaben der Stadt sollen rund 40.000 Euro in die Sanierung investiert werden. Das bisher verwendete Kunststoffgranulat soll dabei durch Sand ersetzt werden.
„Selbstverständlich wünschen wir uns, dass die Vereine möglichst schnell wieder gute Trainingsbedingungen erhalten“, sagt Eva Bonin, Vorsitzende der Links-Grünen Fraktion. „Wenn eine Sportanlage instandgesetzt werden muss, dann muss sie instandgesetzt werden. Gleichzeitig erwarten wir, dass die Hintergründe einer solchen Entscheidung offen erläutert werden.“
Lea Gerlach, beratendes Mitglied der Links-Grünen Fraktion im Sozialausschuss, ergänzt: „Gerade jetzt stellt sich die Frage, wie die Zukunft des Kunstrasenplatzes aussieht. Ist die jetzt angekündigte Sanierung eine dauerhafte Lösung oder lediglich eine Übergangsmaßnahme? Die Vereine brauchen Planungssicherheit und die Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch darauf zu erfahren, welche Perspektive die Stadt für diese Anlage verfolgt. Ebenso wichtig ist, dass transparent wird, wie der Platz künftig besser instandgehalten werden soll und dass die dafür notwendigen Maßnahmen konsequent umgesetzt werden.“
Besonders erklärungsbedürftig erscheint der Fraktion die Finanzierung vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltslage:
Erst im März wurden die Wächtersbacher Vereine von der Stadt darüber informiert, dass aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung Zuschüsse aus der Vereins- und Kulturförderung derzeit nicht ausgezahlt werden könnten. Als Begründung wurde ausdrücklich auf die fehlende Verabschiedung des Haushalts verwiesen.
„Umso mehr interessiert uns, auf welcher Grundlage nun kurzfristig rund 40.000 Euro für die Sanierung des Kunstrasenplatzes bereitgestellt werden können“, so Bonin. „Vielleicht gibt es dafür gute Gründe. Dann sollten sie auch offen und transparent erläutert werden.“
Mit der Anfrage möchte die Links-Grüne Fraktion mehr Transparenz schaffen. Dabei geht es insbesondere um drei Fragen: Wie sieht das langfristige Konzept für den Kunstrasenplatz aus? Wie wird die Sanierung finanziert und welche Auswirkungen hat sie auf andere Projekte? Und wie passt diese Ausgabe zur weiterhin geltenden vorläufigen Haushaltsführung, nachdem die Wächtersbacher Vereine noch im März kurz vor der Kommunalwahl mit genau dieser Begründung darüber informiert worden waren, dass Zuschüsse aus der Vereins- und Kulturförderung derzeit nicht ausgezahlt werden können? „Wir möchten nachvollziehen können, warum in der aktuellen Haushaltslage manche Ausgaben möglich sind und andere nicht. Wenn es dafür gute Gründe gibt, sollten sie offen erläutert werden.“, so die Links-Grüne Fraktion abschließend.
Kommentar verfassen
Verwandte Artikel
Verkehrssicherheit ja – politische Beratung muss trotzdem etwas wert sein
Die Links-Grüne Fraktion hatte im Mai beantragt, die Verkehrssicherheit an der Unterführung am Radweg entlang der B 276 zwischen Freibad und Innenstadt zu verbessern. Anlass waren wiederholte Hinweise von Bürgerinnen…
Weiterlesen »
Mehrere hundert Besucher:innen beim sechsten Waren-Verschenk-Tag
Bereits eine halbe Stunde vor der Öffnung bildete sich vor der Heinrich-Heldmann-Halle eine lange Warteschlange, die zeitweise bis auf den Parkplatz des benachbarten Supermarkts reichte. Als sich um 13 Uhr…
Weiterlesen »
Waren-Verschenk-Tag in Wächtersbach
Ein Tag für schöne Dinge und neue Lieblingsstücke Am Samstag, den 13. Juni 2026, findet in der Heinrich-Heldmann-Halle in Wächtersbach der sechste Waren-Verschenk-Tag statt. Viele kennen ihn schon, viele kommen…
Weiterlesen »